Madames Welt - Das Erwachsenenleben

21:59 Laura Basmer 6 Comments

Hallo ihr Lieben,

zur später Stunde gibt es noch einen ganz kurzen "Madames Welt"-Beitrag,


Manchmal wird einem das gar nicht so schnell bewusst, aber Madame gehört nun irgendwie dann doch zu den Erwachsenen. Mann, das ging doch schnell, oder? Gerade noch mit 14 die Haare Lila gefärbt und überlegt welches Schleifchen dazu im Haar am besten aussieht. Oder über die Trennung der Lieblingsboygroup gejammert - ein absoluter Weltuntergang!
Doch jetzt, da ist das Studium abgeschlossen. Da muss man sich über sein Gehalt Gedanken machen. Herrje, ich glaube ich muss dieses Jahr eine Steuererklärung machen? Wie geht das denn überhaupt? Und wo im Urwald zwischen Sozialversicherung, Rentenversicherung und Kirchensteuer stehe ich denn jetzt? Der Tank ist leer, das Auto muss ja auch versichert werden. Und dann kommt da plötzlich auch noch Grundsteuer auf einen zu. Und irgendwas mit Abwasser. Die GEZ will Geld und so viele andere auch. WAS? Müll kostet auch Geld?
Jetzt muss man sich entscheiden: Welchen Weg schlägt man ein? Wo soll er hinführen? Wo will ich landen? Wie weit geht man für den Weg? Beziehungsweise das Ziel. Wobei ja doch der Weg das Ziel ist, sagen die immer alle. Damit klingen alle Erwachsenen ja immer so schlau.
Welche Entscheidungen treffe ich richtig? Huch, da redet jemand übers Kinder kriegen. Kinder? Da habe ich doch noch EWIG Zeit! Das wäre doch ein Drama jetzt. Ah, aber überleg mal. Es ist gar nicht mehr so schlimm, wenn man jetzt schwanger WÄRE. Das war doch gerade noch voll das NoGo, als die aus der Parallelklasse plötzlich schwanger war.
Und das Weltgeschehen. Man sollte wissen, was Politiker in der ganzen Welt so treiben. Wer steht für was? Und was bedeuten die ganzen Abkürzungen? Man sollte wählen gehen. Und nicht nur einfach drei Kreuzchen machen - nein, man soll die auch bewusst machen und wissen für was man sich entscheidet.
Plötzlich regelt niemand mehr den Handy-Vertrag für einen, die Madame ist da jetzt selbst dafür verantwortlich. Und muss sich mit den Angebotsanrufen rumschlagen. Und das Essen. Ich koche, mache mir Gedanken ob ich denn nun lieber Toast esse oder vielleicht doch das körnige Vollkornbrot. Und unglaublich, was Essen kostet. Kein Wunder, dass Mutti nicht immer alle fancy Joghurts und spezielle Limos kaufen wollte - je cooler das Packaging, desto teurer ist es ja auch. Erst Recht wenn es in der Werbung war. Aber ich will es ja auch nur, wenn es in der Werbung war, oder? :D Wir können auch nicht so easy peasy wegfahren - da muss jemand die Katzen füttern! Oh, und die Wäsche. Und das Bügeln. Das macht sich ja gar nicht von selbst?!
Aber ist das nicht auch alles spannend? Eine neue Welt in die man eintaucht. Vieles Neues, vieles was man im ersten Moment irgendwie gar nicht richtig verstehen will. Und manchmal steht man vorm Berg und kann sich nicht vorstellen, die Herausforderung zu meistern. Denn woher soll man denn die ganze Information bekommen? Es gibt ja keine Kurs à la "Wie meistere ich mein Leben als Erwachsener" Teil 1 für Einsteiger, Teil 2 für Fortgeschrittene, Teil 3 für Profis. Nein, das muss man lernen und herausfinden.
Niemand nimmt einem die Entscheidungen ab. Niemand sagt dir, ob du wirklich für eine Chance deine Heimat verlassen sollst oder lieber nicht. Niemand sagt dir, ob du immer alles richtig machst.
Aber das macht die Erfahrungen ja aus, das macht das Leben aus. Dass wir uns immer wieder ein Stückchen voran tasten und vielleicht auch Fehlerchen machen, aber aus denen lernt man nun mal.

Nicht, dass ich von Klein-Auf nicht gelernt hätte wie man Wäsche macht oder was gesund ist. Madame hat wirklich schon viel von Mama und Papa mitgegeben bekommen. Aber trotzdem - es wird einem manchmal gar nicht so direkt bewusst, dass man plötzlich in einem völlig neuen Lebensabschnitt steckt, ohne dass man es vielleicht gemerkt hat oder ihn bewusst angeschnitten hat.

Ich fände es ja ultra spannend, wenn ihr mir erzählt, welche Hürden sich für euch aufgetan haben? War es vielleicht der Kaschmir-Pullover, der spezielle Pflege benötigt und letztendlich nur noch halb so groß aus der Waschmaschine kam? Oder war es die Tatsache dass euer Handyvertrag sich von selbst verlängert hat, weil niemand an die Kündigung gedacht hat?
Erzählts mir doch!

Liebst,
eure Madame Bazinga

Kommentare:

  1. Beim Thema Wäsche freue ich mich ja extrem auf meine deutsche Waschmaschine.
    Denn warum Amerikaner keine eigene besitzen und man jedes Mal Stunden im Waschsalon verbringen muss, wird mir leider nicht klar :D
    Ich habe bis heute nicht verstanden, welche Temperaturen "hot" oder "warm" sind, warum ein Wasch-Zyklus gerade mal so 20 Minuten dauert (- und ob überhaupt alles sauber ist) und wie um alles in der Welt man alles zum Trocknen in den Trockner werfen kann. Ach ja :D

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    1. Hahahahaa Oh Gott :D Das kann mich mir vorstellen, das würde mich auch wahnsinnig machen!

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    2. Und wir hängen immer alles auf Kleiderbügeln in der 1-Zimmer Wohnung auf :D
      Das macht dich dann noch zwei, drei Tage länger wahnsinnig :D

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  2. Wieder ein ganz toller Beitrag meine Liebe. Als ich vor 5 Jahren zu Hause ausgezogen bin stand ich auch vor diesen ganzen Herausforderungen und dann hat man erstmal gemerkt, das eigentlich Mutti die Zauberfee war. Ich habe vieles als Selbstverständlich gesehen, alles bekommen was ich wollte und immer war alles fix und fertig wenn ich aus der Schule kam. Wäsche waschen, Geschirr spülen, Kochen, einkaufen - ich musste zu Hause nichts machen und hatte meine Jugend einfach nur für mich. Komischer Weise wusste ich trotzdem wie alles geht - also hat Mama mir ja doch mehr mit auf den Weg gegeben als ich dachte. Heute bin ich ihr dankbarer als je zuvor.
    Die ersten Monate in der eigenen Wohnung waren nicht einfach. Nach der Arbeit noch putzten, kochen, Wäsche waschen und so weiter und so fort - so kauputt war ich sonst nur am Wochenende, wenn ich früh um 5 vom Dorffest kam.
    Plötzlich habe ich auch mal eine Kochzeitschrift gelesen oder die Bedienungsanweisung der Waschmaschine. Auch die Preisliste der Stromanbieter war interessanter als das Veranstaltungsblatt der Stadt. So richtig schief gegangen ist allerdings nie was - gott sei Dank! :D
    Ich war eigentlich immer selbst überrascht wie schnell ich erwachsen geworden bin, was ich in den Jahren geschafft habe und das ich alles so gut alleine bzw. mit meinem Freund hin bekommen habe . Wenn ich auf meine Jugend zurück blicke... oh Gott! :D Wahrscheinlich habe nicht nur ich daran gezweifelt, dass ich es schaffe erwachsen zu werden, sondern auch alle um mich herum. :D Mit der Weile bin ich davon überzeugt, dass ich alle mehr als vom Gegenteil überzeugen konnte...

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  3. Hach ja, das erinnert mich an meine Gedanken vor etwa 12 Jahren, als ich zu Hause ausgezogen bin... Mann, ist das wieder lange her ;-) Selbst mit 30 komme ich mir nicht wirklich erwachsen vor. Und was ist überhaupt dieses Erwachsen sein? Die ersten Jahre habe ich sehr oft meine Mama angerufen und um Rat gefragt. Beim Kuchenbacken, beim Waschen, beim Kochen. Wenn ich sie nicht gehabt hätte, dann wäre alles viel chotischer gelaufen. Jetzt rufe ich sie auch noch oft an - aber eben "nur" noch, um Hallo zu sagen. Und jetzt fragt SIE mich nach ihrem Smartphone oder danach, ob ihr dieses oder jenes Teil auch wirklich steht und was heute so modern ist.

    Es gab Zeiten, da war ich ganz auf mich allein gestellt - ohne Geld in einem winzigen Ein-Zimmer-Wohn-Klo - da hatte ich noch 5 Euro, um für eine Woche Lebensmittel bei Aldi zu kaufen. Das war hart. Ich war einfach zu stolz, um meine Eltern nach Geld zu fragen... In dieser Zeit habe ich unglaublich viel Selbstdisziplin gelernt.

    Eine Erkenntnis des letzten Jahres: Eine Steuererklärung muss man NICHT abgeben, wenn man sich in der Steuerklasse I befindet. Man muss es nur dem Finanzamt mitteilen und schon ist man raus aus der Nummer ;-)

    Danke für den tollen Beitrag!
    Liebste Grüße, Steffi

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  4. Ein sehr schöner Beitrag Liebes und alles so wahr. Bei mir liegen diese Hürden nun wohl doch eine Weile zurück, aber erinnern kann ich mich noch sehr gut an die Zeiten. Von Haus aus haben mir meine Eltern eigentlich alles beigebracht, was man zum allein leben so wissen sollte. Aber als es dann soweit war, gab es schon die eine oder andere Überraschung.

    Mit Haushaltsdingen eher weniger, da ich schon bei meinen Eltern immer mitgeholfen habe, aber was die eigenen vier Wände anging schon eher. Mit der Zeit kommt das aber alles und ich hatte auch immer ältere Freundinnen, die mir immer mit Rat und Tat zur Seite standen. Die Familie hat auch geholfen, wo sie konnten. Von daher habe ich jetzt keine so negativen Erfahrungen, was die ersten Schritte meiner Selbständigkeit angeht. Das wichtigste ist einfach das man lernen muss wie man sein Budget einteilt. Da kann man nicht einfach mal so drauflos shoppen, weil zuerst andere Sachen bezahlt werden müssen.

    Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Glück in deinem neuen Lebensabschnitt, du packst das schon :)

    xoxo

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